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Dorian Eckmann, Leiter im Dorotheum Juwelenlabor
Interview

3 FRAGEN AN ... DORIAN ECKMANN

Der Leiter des DOROTHEUM Juwelenlabors im Interview

Redaktion

Dorian, woher kommt deine Leidenschaft für Edelsteine? Hast du unter all den Edelsteinen einen Favoriten?

Dorian Eckmann

Geprägt hat mich der elterliche Betrieb. Mein Vater hat immer sehr feine Farbsteine zu schönen Unikaten verarbeitet. Regelmäßig kamen die Händler und legten ihre zauberhaften Edelsteine vor, wie zum Beispiel Turmaline, Spinelle, Rubine, Saphire und dergleichen.

 

Wenn man in meinem Beruf erfolgreich sein möchte, braucht man unbedingt eine gemmologische Ausbildung. So kam es auch, dass ich mir parallel zur Goldschmiedelehre gleich mein gemmologisches Wissen am WIFI Linz aneignen konnte.

 

Ein großes Highlight erlebte ich im Jahr 2010, als mich ein befreundeter Edelsteinhändler mit auf Geschäftsreise nach Thailand nahm, dem Zentrum des internationalen Edelsteinmarktes. Dort bekam ich erste Einblicke in den mystischen Edelsteinmarkt, der auf mich wie ein spanisches Dorf wirkte. Der berühmte Edelsteinmarkt in Chanthaburi ist circa 250 Kilometer von Bangkok entfernt und hatte mich völlig in seinen Bann gezogen. Das rege Treiben der Broker, das Feilschen, das Hoffen, den Stein für einen guten Preis zu bekommen oder doch nur eine Synthese ergattert zu haben – das ist Adrenalin pur!

 

Seither fliege ich jedes zweite Jahr nach Thailand, besuche den Markt, um meine Preiskenntnisse aufzufrischen. Auch das Beobachten neuer Synthesen und Behandlungen ist sehr wichtig, weil vieles über Thailand in den internationalen Handel kommt und von Urlaubern ein Jahr nach ihrem Aufenthalt im Land des Lächelns bei uns im Juwelenlabor vorgelegt wird.

 

Mein persönlicher Lieblingsstein ist der Spinell: Viel seltener als Rubine vorkommend, werden diese Steine meistens nicht erhitzt (farbverbessert), sondern nur geölt, was eine Seltenheit auf dem heutigen Markt ist.

Redaktion

Seit wann bist du im Dorotheum tätig und wie war dein Werdegang im Unternehmen?

Dorian Eckmann

Meine Laufbahn im Dorotheum begann im Oktober 2002. Ich hatte meine Goldschmiedelehre im elterlichen Betrieb und den European-Gemmologist am WIFI-Linz abgeschlossen, war neugierig auf die Großstadt. Natürlich war da der Einstieg ins Dorotheum naheliegend, zumal ich nicht mehr am Brett arbeiten wollte. Nach erfolgreich bestandener Prüfung zum Schätzmeister war für mich sofort klar, dass ich ins Juwelenlabor möchte, welches damals noch Schätzstelle hieß.

 

Oberschätzmeister Reitterer und Hauptschätzmeister Josef Stefan, sein Nachfolger, haben mich gefördert und stets geduldig meine vielen fachlichen Fragen beantwortet. Nach einigen Jahren als Springer, in denen ich viel in den Pfand-Filialen der Bundesländer, unter anderem in Dornbirn, Pasching und Innsbruck, unterwegs war, habe ich immer eine enge Bindung zum Juwelenlabor aufrechterhalten.

 

2012 konnte ich einen Traum verwirklichen und meine 5-monatige Bildungskarenz in Bangkok antreten. Im GIA (Gemmologisches Institut in Amerika) habe ich das GIA-Graduate Colored Stones Diploma erfolgreich absolviert, 2014 wurde ich mit der Leitung des Juwelenlabors betraut.

Redaktion

Synthetische Diamanten sind momentan ein Thema, das die Branche bewegt. Siehst du dabei eine Gefahr für das Pfandkreditgewerbe?

Dorian Eckmann

Eine konkrete Gefahr für das Pfandkreditgewerbe sehe ich nicht. Mit entsprechendem Know-how und technischen Geräten, wie zum Beispiel dem Diamond Sure, ist man in der Lage, rasch richtige Diagnosen zu stellen und synthetische Diamanten zu erkennen. Im Dorotheum Juwelenlabor sind wir gut aufgestellt, auch die Kontakte zu internationalen wissenschaftlichen gemmologischen Laboren sind in diesen stürmischen Zeiten ein großer Vorteil. Die SchätzmeisterInnen werden laufend vom Juwelenlabor auch in diesem Bereich geschult und bei fachlichen Fragen beziehungsweise Untersuchungen unterstützt.

 

Für den globalen Diamanthandel wird die Vermarktung von synthetischen Diamanten zur Belastungsprobe. Große Konzerne sind bereits auf diesen Trend aufgesprungen und rühren kräftig die Werbetrommel für den Kauf von synthetischen Diamanten ... Ein Problem sehe ich im Preisverfall des synthetischen Diamanten, die Produktionskosten werden immer günstiger und das wirkt sich auch auf den Preis von Synthesen aus. Von einer Wertsicherung kann bei synthetischen Diamanten nicht gesprochen werden.

Die Fragen stellte Philipp Demeter.
 

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