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Junge Frau am Steuer ihres Autos
Experten-Wissen

WAS IST MEIN GEBRAUCHTWAGEN EIGENTLICH WERT?

- von Christian Waldhäusl

Tipps & Tricks, um auch nach Jahren noch einen guten Preis für Autos zu erzielen

Auch du hast dir diese Frage sicher schon einmal gestellt. Und falls nicht – spätestens, wenn dein erstes Auto in die Jahre gekommen ist und eine Neuanschaffung gedanklich konkreter wird, taucht sie auf – die Frage: Wie viel bekomme ich noch für meinen Gebrauchtwagen?

Für die einen ist das Auto ein Mittel zum Zweck, um von A nach B zu kommen. Für die anderen ist es „die große Liebe“. Egal ob man es rational oder emotional betrachtet, jedes Auto verliert mit der Zeit an rechnerischem Wert – exotische, seltene Modelle beziehungsweise Youngtimer und Oldtimer jetzt mal ausgenommen.  

Wo und wie den Gebrauchtwagen verkaufen?

Es gibt unterschiedliche Zugänge, deinen fahrbaren Wegbegleiter zu Geld zu machen. Ich sehe natürlich in den Dorotheum Fahrzeuge Versteigerungen eine spannende Möglichkeit. Hier kannst du dein Fahrzeug für eine Auktion einbringen und den Ablauf der Versteigerung vor Ort mitverfolgen. Sicherlich häufiger werden Autos bei einem Händler – meist im Zuge einer Neuanschaffung im Eintausch – verwertet. In den letzten Jahren sind hier zusätzlich professionelle Ankäufer in den Markt getreten. Über diese kannst du dein Fahrzeug – jedoch nicht im Zuge eines Neukaufs – anbieten. Ein beträchtlicher Teil der gebrauchten Automobile wird jedoch über den privaten Weg an die Frau beziehungsweise an den Mann gebracht.

 

Prinzipiell kannst du davon ausgehen, dass du bei einem Autohändler einen geringeren Preis für deinen Gebrauchtwagen erzielst. Ein Autohaus muss diverse Kosten und Aspekte für den Wiederverkauf berücksichtigen, etwa Aufbereitung, technische Überprüfung beziehungsweise Instandsetzung, Standzeiten, Werbung, Personal etc. Der Wiederverkaufspreis des Händlers wird anschließend höher angesetzt, dafür erhält dein Nachbesitzer in der Regel ein Fahrzeug in einem guten Zustand und neben der gesetzlichen Gewährleistung (zwei Jahre) auch teilweise zusätzliche Garantien.

 

Noch relativ junge Ankaufsplattformen, welche dein Fahrzeug nach einer Besichtigung direkt ankaufen, bieten eine zusätzliche Alternative des Verkaufs über den professionellen Weg.   

Bei einem Verkauf auf privater Ebene kannst du von höher erzielbaren Preisen ausgehen. Hier allerdings ist deinerseits mehr Engagement und Geduld gefragt: Inserate schalten, Anfragen beantworten, Besichtigungstermine und Probefahrten abwickeln, Preis verhandeln etc. – all diese Aspekte gilt es auf diesem Weg zu berücksichtigen. Dabei kann es durchaus passieren, dass du einige Zeit warten musst, bis sich ein passender Käufer finden lässt. Wir empfehlen dir, den Preis nicht zu hoch anzusetzen, denn je länger dein Gebrauchtwagen nicht verkauft wird, desto mehr arbeitet der Wertverlust dagegen. Im Normalfall wird sich der erzielbare Preis zwischen dem Händlereinkaufs- und dem Händlerverkaufspreis bewegen.

TIPP: 

Autohändler nehmen teilweise Gebrauchtwagen in Kommission entgegen. So kannst du deinen Preis festlegen und im Falle eines Verkaufs erhält der Händler eine Art Provision für die Ausstellung. So können Autoverkäufer ihre potentiellen Kunden auf dein Fahrzeug aufmerksam machen, wobei für den Händler keine finanzielle Vorleistung durch einen Ankauf notwendig ist. Parallel dazu kannst du versuchen, dein Auto über weitere Alternativen zu verwerten.

Wie wird der Wert des Autos ermittelt?

Für die grundsätzliche Wert-Berechnung werden etablierte Tools herangezogen. Diese fassen, je nach Anbieter, Aspekte in unterschiedlichem Verhältnis in einer Art Matrix zusammen, etwa Erfahrungswerte, Marktbeobachtungen (Onlineplattformen), Verkaufsmeldungen aus dem professionellen Verkauf etc. Mit Hilfe deiner Fahrzeugkriterien, wie Marke, Modell, Bauvariante, Motorisierung, Getriebeart, Ausstattung oder Laufleistung in Kilometer kannst du eine Bewertung vornehmen.

TIPP:

Auf manchen Plattformen kannst du mit Hilfe des nationalen Codes deines Modells eine Suche wesentlich vereinfachen, da hier das exakte Modell hinterlegt ist. Dies gilt in erster Linie für gebrauchte Pkw, aber auch (teilweise etwas oberflächlicher) für Klein-Lkw-Modelle. Der nationale Code ist, nicht immer, aber häufig, im Zulassungsschein eingetragen (am Scheckkarten-Format im rückseitigen Feld A7).

 

In Österreich dient mit Sicherheit die Bewertung laut Eurotax am häufigsten als Basis zur Wert-Ermittlung. Diverse Varianten des Bewertungstools haben sich in weiten Kreisen der österreichischen Automobilbranche seit langer Zeit etabliert. Hier können neben Händlereinkaufs- und Verkaufswerte zusätzliche, wertvolle Details, wie zum Beispiel durchschnittliche Standtage bis zu einem Wiederverkauf, ausgewertet werden. Das Eurotax-Bewertungstool ist prinzipiell kostenpflichtig.

 

Der Autopreisspiegel ist ein weiteres professionelles Bewertungstool, das in der Automobilbranche von Autohändlern, Werkstätten, Versicherungen, Kfz-Sachverständigen und Autofahrerclubs häufig alternativ für Preisermittlungen herangezogen wird. Auch dieses Tool ist prinzipiell kostenpflichtig.

Tipp: 

Für gebührenfreie Bewertungen können wir dir folgende Anbieter empfehlen:

Als ÖAMTC-Mitglied hast du die Möglichkeit, fünf kostenfreie Auswertungen (Basis Eurotax) pro Jahr durchzuführen. Auch direkt am ÖAMTC-Stützpunkt kann nach einer Kaufüberprüfung deines Fahrzeuges eine Bewertung vorgenommen werden.

Als ARBÖ-Mitglied stehen dir ebenfalls kostenlose Abfragen (dreimal pro Jahr) zur Verfügung (Basis Autopreisspiegel). Zudem bietet der ARBÖ in jedem Fahrzeug-Prüfzentrum kostenfreie Bewertungen an.

Zusätzlich bietet das Magazin Autorevue online unter https://autorevue.at/autopreisrechner eine Alternative der unentgeltlichen Autobewertung unter Verwendung des Autopreisspiegels (wechsle hier den Browser, sollte eine Anzeige des Rechners nicht möglich sein).

Weitere Möglichkeiten zur gebührenfreien Preisbestimmung findest du bei Verkaufsplattformen wie www.autogott.at/autobewertung (Basis Autopreisspiegel) oder https://www.autouncle.at/de-at/autobewertung/new (Werte basieren auf zahlreichen Daten diverser Online-Verkaufsplattformen).

 

Eine schnelle Alternative zu kostenfreien Bewertungen sind direkte Ankaufsplattformen, wie zum Beispiel wirkaufendeinauto.at. Hier wird zunächst online ein Kaufpreis angeboten. Ein tatsächliches Angebot erfolgt jedoch erst nach dem Besuch an einem der Standorte. Dort wird der Gebrauchtwagen überprüft und einem breiten Händlernetzwerk (In- und Ausland) online zum unmittelbaren Kauf angeboten. Das Angebot des Bestbieters wird an dich weitergegeben. Das tatsächliche Kaufangebot kann unter Umständen deutlich unter dem ursprünglich kalkulierten Online-Angebot liegen.  

Egal, welches Bewertungswerkzeug du heranziehst: Natürlich sind die entsprechenden Werte kein Garant für den jeweils erzielbaren Preis, in manchen Fällen aber kannst du auch aufgrund der aktuell hohen Nachfrage konträr dazu einen höheren Preis erzielen – auf jeden Fall bieten diese einen sehr guten Richtwert zur Orientierung.

 

    Mehr rausholen für den Gebrauchtwagen, aber wie?

    Der Zustand deines Autos ist ein wichtiges Kriterium. Generell orientieren sich professionelle Händler und Werkstätten an der Gebrauchtwagen-Bewertungsskala gemäß ÖNORM V5080. Hier wird der Fahrzeugzustand nach gewissen Kriterien kategorisiert und bei der Wert-Ermittlung mitberücksichtigt.

    Für den Verkauf beim Händler, aber auch über den privaten Weg, gibt es einige Punkte, die deinen Verkaufspreis beeinflussen können. Wenn du folgende Tipps für einen guten Werterhalt berücksichtigst, kannst du einen noch höheren Verkaufspreis für deinen Gebrauchtwagen erreichen:

    • Unfallschäden vermindern den Wert – notwendige Reparaturen sollten stets professionell durchgeführt werden.
    • Kratzer, Dellen, Steinschläge & Co: Überprüfe, ob kleine, unschöne Stellen mit geringem Aufwand beseitigt werden können.
    • Sauberkeit/Aufbereitung innen und außen: Naturgemäß sind saubere Autos besser zu verkaufen. Im Idealfall kannst du zusätzlich eine Politur und Motorwäsche in Kombination mit einer umfangreichen Innenreinigung durchführen. Falls du dies nicht selbst machen möchtest, zahlt sich hier eine kleine Investition mit Sicherheit aus.
    • Montiere die schönsten verfügbaren, gereinigten Felgen; auch die Anschaffung neuer Fußmatten kann sich rentieren.
    • Angemeldete Fahrzeuge verkaufen sich besser und ermöglichen unmittelbare Probefahrten.
    • Achte auf einen aktuell gültigen Pickerl-Prüfbericht (§ 57a)
    • Ein am besten lückenloses Serviceheft ist ebenso ein sehr starkes Preisargument. Je kürzer eventuelle Wechsel von Öl beziehungsweise Bremsflüssigkeit oder ein Klimaanlagenservice zurückliegen, desto besser lassen sich diese als Argument beim Verkauf nutzen.
    • Geringe Kilometer-Laufleistungen oder besondere Ausstattungsdetails unterstützen nicht nur die theoretische Bewertung, sie können dir ebenso in der Argumentation besonders helfen.
    • Lege dir hier eine Strategie zu. Jedes Argument kann bei Interessierten den Ausschlag zum Kauf geben.
    • Regionale Unterschiede: Auch hier ist ein gewisser Einfluss gegeben. Beispielsweise kannst du in Westösterreich mit einem Allrad-Fahrzeug einen deutlich höheren Preis erzielen.
    • Motorisierung: In den letzten Jahren hat der Diesel sicherlich unter den bekannten Umständen gelitten. Am Gebrauchtwagen-Markt hat dies auch Spuren hinterlassen. Wie hier die Entwicklung weitergeht, ist mitunter von politischen Entscheidungen zu Fahrverbotszonen, verschärften Schadstoff-Kriterien etc. abhängig.

    TOP-TIPP:

    Für alle, die auf die Schnelle und kurzfristig Geld benötigen, bietet das Auto-Pfand Service im Dorotheum eine attraktive Möglichkeit: Mit dem Auto-Pfand-Rechner kannst du vorab und verlässlich die fairen Konditionen kalkulieren. Und das Beste: Du erhältst sofort Bargeld, ohne auf dein Auto verzichten zu müssen.

     

    Mehr Experten-Tipps zum Thema Autos und deren Bewertung kannst du über unseren kostenlosen Newsletter beziehen:

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